Zweck-WG

Die Zweck-WG steht im totalen Gegensatz zu allen anderen Formen der Wohngemeinschaft. Während bei den anderen WG-Typen vor allem das Soziale im Zentrum steht, ist dies bei dieser Form ganz anders. Das einzige Ziel einer Zweck-WG ist die Reduzierung der Mietzinskosten. Dabei spielt es überspitzt gesagt überhaupt keine Rolle, wer in den anderen WG-Zimmern wohnt, da der soziale und regelmässige Kontakt nicht primäres Ziel des Zusammenlebens sind. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Austausch unerwünscht ist, da sich auch aus einer Zweck-WG langjährige Freundschaften entwickeln können. Anders als in allen anderen Formen einer Wohngemeinschaft gibt es jedoch nur wenige oder gar keine sozialen Verpflichtungen. Die prinzipielle Pflicht wird mit dem Anteil der Mietzinszahlung bereits abgegolten.

Eine Zweck-WG wird oft angestrebt, wenn die Distanz zur Arbeit oder Hochschule nicht täglich bewältigt werden kann. Somit wird ein WG-Zimmer als Übernachtungsmöglichkeit während der Woche genutzt. Der Primärwohnsitz soll jedoch nicht aufgegeben werden, weshalb weiterhin Mietkosten anfallen. Die monatlichen Gesamtkosten werden in Verbindung mit den Transportkosten für den Weg zum WG-Zimmer noch höher. Da ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft typischerweise günstiger ist, als Wohnungen die nicht geteilt werden, drängt sich in diesem Fall eine Zweck-WG auf.

Andere Personen möchten ungerne gesellschaftliche Verpflichtungen innerhalb einer Wohngemeinschaft eingehen, da ihre berufliche oder akademische Tätigkeit so herausfordernd ist, dass sie in ihrer Freizeit ein maximales Mass an Flexibilität wünschen. Weitere Gründe für eine Zweck-WG sind zeitlich begrenzte Aufenthalte oder ein erhöhtes Reisevolumen. In diesen Fällen wäre es gar nicht möglich, die Wünsche der Mitbewohner in Bezug auf den sozialen Austausch zu erfüllen.

Die steigenden Mietzinse in Stadtzentren sowie die Wohnungsknappheit in zentrumsnähe verstärken zudem den Trend zu Zweck-WG's, da Wohnraum in diesen Regionen alternativ vor allem für Alleinerziehende gar nicht mehr finanzierbar wäre. In Agglomerationen und ruralen Gegenden ist die Knappheit zumindest in der Schweiz noch nicht ganz so gross, weshalb sich Zweck-WG's dort (noch) weniger aufdrängen.

Die Voraussetzung für eine erfolgreiche Zweck-Wohngemeinschaft ist dann gegeben, wenn sich alle Parteien eine Zweck-WG anstreben und dies einander auch vorgängig transparent mitteilen. Denn häufig sind es falsche Erwartungen, welche im Verlaufe des Zusammenlebens zu Dissonanzen führen. Daher ist es besser, bereits vor der Vertragsunterschrift die Vorstellugnen beidseitig klar zu kommunzieren.

Die Zweck-WG ist für dich im folgenden Fall das Richtige: Deine tägliche Arbeits- oder Reisetätigkeit erlaubt es dir nicht, die gesellschaftliche Verpflichtung einer "normalen" Wohngemeinschaft einzugehen. Alternativ dazu, möchtest du von geringeren Mietzinskosten profitieren, bist aber am normalen WG-Leben nicht interessiert. Eine Zweck-WG funktioniert zudem nur mit Personen, die ebenfalls diese Form der Wohngemeinschaft anstreben.