Wohngemeinschaft

Die Abkürzung WG steht für Wohngemeinschaft und bezeichnet in erster Linie das Zusammenleben von mehreren Personen in einer Wohnung, welche weder verwandt noch voneinander abhängig sind. Dabei werden typischerweise die allgemeinen Räume wie Wohnzimmer, Badezimmer und Küche geteilt, die individuellen WG-Zimmer sind privat. Anders als in traditionellen Wohnformen existiert keine bzw. eine flache Hierarchie. Die Mitbewohner sind einander grundsätzlich gleichgestellt. Alter, Geschlecht und Charaktereigenschaften jedes einzelnen sorgen aber trotzdem für eine natürliche Hierarchie.

Historisch bedingt sind Wohngemeinschaften eher temporärer Art und für Personen im Alter von 18 - 35 Jahren besonders geeignet. Auch in anderen Bevölkerungsteilen wurde diese Art des Zusammenlebens in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer populärer. In vielen Städten wie Zürich steigen die Mietpreise für Wohnungen stetig und der Wohnraum an zentraler Lage wird immer knapper. Eine Wohngemeinschaft ermöglicht es, die Vorteile des Miteinander zu nutzen und gleichzeitig die Kosten stark zu senken. Vor allem in den Ländern Schweiz, Deutschland und Österreich ist diese Wohnform sehr verbreitet.

Aufgrund dieser Entwicklung gibt es heutzutage zahlreiche Formen der Wohngemeinschaft. Diese reichen von der Studenten-WG über die geschlechterspezifischen Wohngemeinschaften wie die Männer-WG und Frauen-WG bis hin zu der Senioren-WG. Weitere Typen der Wohngemeinschaft sind beispielsweise die Party-WG, die Business-WG oder die Zweck-WG. Diese Liste ist nicht abschliessend und könnte beliebig ergänzt werden.

Eine Wohngemeinschaft ist jedoch keine Lebensform für jedermann. Denn abgesehen von der Zweck-WG, wo die Reduzierung der Kosten im Zentrum steht und der Mitbewohner weitestgehend ein Fremder bleibt, müssen die Vorteile einer Wohngemeinschaft deren Pflichten und Nachteile überwiegen. Wichtig ist, dass jeder jene WG-Form wählt, welche am besten auf die individuellen Präferenzen und die jeweilige Lebensphase zugeschnitten ist.

Der Hauptvorteil einer Wohngemeinschaft ist nebst dem geringen Mietzins der soziale Austausch. Anstatt alleine in einem Studio zu wohnen, findet in einer WG ein ständiger sozialer Kontakt statt und die Infrastruktur der ganzen Wohnung kann geteilt werden. Mit Ausnahme der Zweck-WG ist das Verlangen nach einem regelmässigen persönlichen Kontakt eine Grundvoraussetzung für eine WG. In deren Zentrum stehen persönliche Beziehungen, die Gemeinschaft und gemeinsame Erlebnisse.

Eine Wohngemeinschaft bringt jedoch auch Pflichten mit sich. Denn wo unabhängige Menschen miteinander leben, sind Flexibilität, Toleranz, Akzeptanz, Offenheit und Spontanität unabdingbar. Im Generellen müssen daher Kompromisse in Kauf genommen werden, da die Interessen auseinandergehen können. Umso wichtiger ist es, für die eigene Wohngemeinschaft gut passende Personen zu finden, um potenzielle Konflikte bereits im Vorfeld vermeiden. Daher sollte man sich vor der WG-Zimmer-Suche darüber im Klaren sein, welche Vorstellungen man an Mitbewohner und sich selber hat.